19. Februar 2017

Nitschareuth präsentiert sich als einer der schönsten ehemaligen reußischen Dörfer. Die Ortsflur wird umschlossen von einem Kranz schöner Wälder.

Bauernmuseum Nitschareuth
Eingang zum Bauernmuseum Nitschareuth

Nitschareuth entstand im späten Mittelalter. Erstmals wurde der Ort im Jahre 1441 erwähnt.
In diesem Jahr verlieh Kurfürst Friedrich von Sachsen den 3 Brüdern Cuntz, Dietz und Burkhart von Wolframsdorf Grundbesitz in Nitschareuth. Dieser Teil des Ortes, der nur aus einem Gehöft bestand, gehörte zu Kursachsen. Der eigentliche Ort war reußisch und wurde bei Teilung des Greizer Gebietes 1449 der Zweigherrschaft Vorderschloss zugeordnet. Bei der Landesteilung 1564 gehörte Nitschareuth zu Reuß-Untergreiz und ab 1768 bis 1918 zum Fürstentum älterer Linie. Ab 1920 war die Gemeinde Nitschareuth dem Land Thüringen zugehörig.

Um den Dorfanger mit seinen zwei Teichen reihen sich herrliche Fachwerkgiebel eng aneinander. Diese bemerkenswerte bäuerliche Architektur im fränkischen Stil war Anlass, den Ort 1979 unter Denkmalschutz zu stellen. Rundtoreinfahrten verbinden die Wohnhäuser mit denHinweistafel unseres Vereins Wirtschaftsgebäuden. Meist sind es Vierseithöfe, manchmal ist es auch bei einem Dreiseithof geblieben, sicher aus Kostengründen. Hinter den Höfen befinden sich die Gärten. Nur wenige Dörfer in Thüringen haben einen so vollständig erhaltenen Ortskern. Die meisten Höfe stammen aus dem 18. Jh. Bereits in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts erkannten die Bauern die Erhaltungswürdigkeit ihrer Höfe. Alte Traditionen wurden wieder stärker gepflegt und man begann mit der stilgerechten Restaurierung.
In einem dieser Bauerngehöfte – Haus Nummer Nr. 13 – befindet sich seit 1985/1986 das Bauernmuseum. Das Gehöft wurde von 1737 bis 1744 errichtet. Es wurde zu einem Dreiseithof im Fachwerkbau im fränkischen Stil und einen Kuppelwalmdach ausgebaut. Bis 1982 wurde der Hof bewirtschaftet. Jetzt können die Besucher der nachfolgenden Generationen Einblick gewinnen in das Leben vogtländischer Bauernfamilien. In zwei Geschossen sind hauswirtschaftliche Geräte, Handwerkzeuge, Bekleidung und Wäsche aber auch Küchen-, Wohn- und Schlafmöbel zu sehen. Im Wirtschaftsgebäude sind viele alte bäuerliche Gerätschaften ausgestellt, angefangen vom Mähbalken bis zum Dreschflegel. Zum Haus gehört natürlich auch ein Garten. Hier, im Museumsgelände, kann man eine Kleinanlage der im Mittelalter üblichen Dreifelderwirtschaft in Augenschein nehmen. Der Kräutergarten mit ca. 60 verschiedenen Heil- und Küchenkräutern, der sich auch in unserer Zeit wachsender Beliebtheit erfreut, bietet zahlreiche Anregungen und Tipps für die Anlegung eines eigenen Kräutergartens zu Hause.

Familie Richter, als heutiger Pächter des Bauernmuseums, begrüßt Wanderfreunde und Touristen täglich, außer dienstags.

Die Öffnungszeiten:

Montags, mittwochs und donnerstags: Museum von 10.00 bis 18.00 Uhr (das Cafe bis 20.00 Uhr)
Freitags und samstags: Museum von 10.00 bis 18.00 Uhr (das Cafe bis 22.00 Uhr)
Sonntags von 10.00 Uhr bis 19.00 Uhr
In den Wintermonaten öffnet das Museum erst ab 13.00 Uhr.
Anmeldung und Informationen über Telefon: 036625/20504


Mit Sicherheit werden die Eindrücke Lust wecken, diese Region mit all ihren Naturschätzen und Sehenswürdigkeiten einmal zu besuchen.