28. März 2017

Bergspornburg Posterstein

Burg Posterstein
Geschichtliches zum Entstehen der Burganlage Schloss Posterstein

Von Gera aus in Richtung Osten ist ein Ausflug zur Burg Posterstein und weiter nach Schmölln empfehlenswert.
Posterstein, zwischen Gera und Altenburg unweit der Autobahn Eisenach – Dresden gelegen, ist ein interessanter Ort mit regionaler Geschichte. Über der Sprotte, einem Nebenfluss der Pleiße, erhebt sich die mittelalterliche Höhenburg Posterstein. Die Burg besitzt eine über 800-jährige Geschichte. Burg und Ort entstanden im Verlaufe des Landesausbaus unter Kaiser Friedrich I. Barbarossa, der Lehen für treue militärische Dienste vergab.

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes, der damals noch „Stein“ hieß, liegt im Jahre 1191.
Die auf dem Felsvorsprung errichtete Befestigungsanlage diente als Sicherung des eigenen Grundbesitzes und auch der Bewirtschaftung des belehnten Bodens durch in Frondienste gestellte Bauern.
Im 13. Jh. gelang es den immer stärker werdenden Reußen in das Gebiet der Pleiße einzudringen. Ihr Stammland lag im Vogtland. Posterstein wurde neben Schmölln, Ronneburg und Werdau Reichslehen der Vögte von Weida, später der Vögte von Plauen. Bei der Spaltung des Hauses Plauen 1305 in Reuß ä. L. (Plauen) und j. L. (Greiz) verblieb Posterstein unter der Herrschaft der jüngeren Linie.
1327 wurde die Burg König Johann von Böhmen zu Lehen angetragen. Bis 1358 blieb sie böhmisches Lehen. 1359 befindet sich die Burg in den Händen der reußischen Seitenlinie Ronneburg und fällt nach deren Aussterben an das Haus Reuß zu Greiz.
Im 15. Jh. wurden die Brüder Puster mit der Grundherrschaft belehnt, wodurch höchstwahrscheinlich der Name „Posterstein“ entstanden ist. Im 16. Jh. verlor die Ritterburg ihre militärische Bedeutung endgültig und wurde zu einem Wohnschloss.
Die Folgen des 30-jährigen Krieges schwächten die Bauernschaft und somit das Rittergut. Erst 1667, als Georg Dietrich Pflugk den Besitz übernahm, erfolgte wieder ein normaler Gutsbetrieb. Die Kirche wurde mit einer barocken Holzschnitzarbeit ausgestattet, die bis heute gut erhalten ist. Die Gutsgebäude wurden instandgesetzt.
1724 – 1833 wurde die Familie Flemming belehnt. In dieser Zeit entstanden die bemerkenswerten Farbgebungen der Wohnräume.
Im 18. Jh. gerieten die Verwalter des Gutes immer mehr in Konflikte mit der Bauernschaft. 1833 erwarb die bürgerliche Familie Herrmann das Rittergut und ließ das Verwaltungshaus zum Herrenhaus umbauen, die Burg wurde für Lagerzwecke genutzt.
Die Ablösung der Frondienste im Jahre 1850 löste die feudalen Verhältnisse auf und ein kapitalistischer Gutsbetrieb wurde errichtet. Eine Branntweinbrennerei kam hinzu.

Bis zum Ende des 19. Jh. wurde das Gut Saatzucht- und Mustergut auf Lohnarbeitsbasis. Mit der Bodenreform 1946 wurde auch das Rittergut enteignet.
In den Räumen der Burg richtete man 1953 das Kreisheimatmuseum des damaligen Kreises Schmölln ein. Es entstanden Sammlungen zur Regional- und Kulturgeschichte sowie zur Schmöllner Steinnuss-Knopfindustrie des 19./20. Jh. Zwischen 1984 und 1991 wurde die Burg umfassend rekonstruiert. Sehenswert ist vor allem die spätgotische Burgkirche mit dem einmaligen barocken Schnitzwerk des Johannis Hopf von 1689.

Wissenswertes

Nachdem sich das Rittergut Posterstein zum Ende des 19. Jh. zu einem beispielhaften Gut in ganz Thüringen entwickelt hatte, nutzte auch der später als Dichter Hans Fallada (1893-1947) bekannt gewordene Rudolf Dietzen Posterstein im Jahre 1913 zu einem Elevenaufenthalt.


Mit Sicherheit werden die Eindrücke Lust wecken, diese Region mit all ihren Naturschätzen und Sehenswürdigkeiten einmal zu besuchen.