19. Februar 2017
Saalburg
Hotel in Saalburg mit kleinem Anlegehafen.

Saalburg

Auf unserer Fahrt von Schleiz in Richtung Lobenstein kommen wir nach wenigen Autominuten erst einmal durch die Gemeinde Gräfenwarth. In dem kleinen Ort, der zur Heimat der Rennfahrerlegende Manfred von Brauchitsch wurde, spiegelt sich die kleine Kirche im Abendlicht malerisch im Wasser des ihr gegenüberliegenden Teiches. Als Besonderheit des Ortes ist der “Pilzlehrpfad” zu erwähnen. Doch wir wollen uns hier nicht zulange aufhalten.

Als nächstes passieren wir die imposante Brücke über einen Seitenarm der Bleilochtalsperre, dem das kleine Flüsschen Wettera durch das gleichnamige romantische und zugleich urwüchsige Tal rastlos entgegeneilt. Kurz vor dem Campingplatz Gräfenwarth vereinen sich beide miteinander.

Eine besondere Rarität an der weiteren Strecke ist die nicht nur in geologischen Kreisen weltbekannte “Steinerne Rose”, die in ihrem Aufbau aus schalenförmigem Diabas besteht. Nachdem wir an der kleinen Siedlung Kloster, die im Sommer ein wahres Segler- und Wassersportparadies ist, vorbeigefahren sind, sehen wir rechts den größten Stausee Deutschlands, die Bleilochtalsperre. Linkerhand auf der Höhe erhebt sich der mächtige Bau des Hotels und der Gaststätte “Fürstenhöhe”.

Jetzt haben wir das Städtchen Saalburg erreicht. Von 1647 bis 1666 hatte hier die Herrschaft Reuß-Saalburg ihren angestammten Sitz. Der zu seiner Zeit hoch über dem Tal der Saale erbaute Ort erstreckt sich heute direkt bis ans Ufer der mächtigen Bleilochtalsperre. Die Staumauer wurde in den Jahren von 1926 bis 1932 erbaut. Die Dammkrone, über die der Fahrzeugverkehr in Richtung Remptendorf rollt, ist 250 Meter lang. Die Höhe der Staumauer beträgt 65 Meter und an der Sohle ist sie immerhin 47 Meter breit. Eingebettet ist sie in die sogenannten Bleiberge, durch die der Stausee auch seinen Namen erhielt. Die Gesamtlänge des Sees beträgt 28 Kilometer, die hier gestauten Wassermassen belaufen sich bei Normalstau auf 215 Millionen Kubikmeter.

Saalburg wird erstmals schriftlich in einer Urkunde Heinrich Raspes im Jahre 1222 erwähnt. Der Name ist von der einst trutzigen Saalburg abgeleitet, die hoch über dem Tal des Flusses erbaut wurde und den wichtigen Übergang über die Saale schützen sollte. Von der ehemaligen Burg kündet heute neben einigen Mauerresten nur noch der Stumpf des Bergfrieds, der am 20. Juni 1913 einstürzte.
1313 erhielt die Siedlung Stadtrechte. Der Ort gelangte durch Heirat von den Herren von Lobdeburg an die Vögte von Gera. Während eines verheerenden Brandes im Jahre 1586 wurde nahezu die gesamte Stadt zerstört. 1640 wurde die Stadt von den Schweden erstürmt. Sie vertrieben die Besatzung und zündeten Saalburg an.
Das älteste, heute noch erhaltene Bauwerk von Saalburg ist die Kirche St. Marien, deren Gründung vor 1223 erfolgte.
Das Rathaus mit seinen großen bogenförmigen architektonischen Elementen und dem schiefergedeckten Turm stammt mit seinen Fundamenten aus der Zeit des Mittelalters.

Das einstige Zoll- und Amtshaus der Stadt verbirgt sich hinter der malerischen Fassade des heutigen Gasthofes “Kranich”. Unmittelbar daneben ist das letzte erhaltene Stadttor von Saalburg zu sehen, an das sich die Reste der alten Stadtbefestigung anschließen. Interessant ist, dass durch dieses Tor die einstige Handelsstraße von Leipzig nach Nürnberg führte.
Wenn man schon einmal in Saalburg ist, dann sollte man auf keinen Fall eine Rundfahrt mit den stolzen Schiffen der Saalburger Fahrgastschiffahrt GmbH versäumen.

Ob einfache Rund- und Charterfahrten, Kaffee-, Mondschein- oder auch Frühschoppenfahrten mit gastronomischer Betreuung – hier ist einfach alles möglich. Eine weitere Attraktivität von Saalburg ist der weit über die Stadtgrenzen hinaus berühmte “Märchenwald”, der besonders für Familien mit Kindern eine Erlebniswelt für sich darstellt. Da grüßt der überdimensionale Rübezahl freundlich mit seiner wuchtigen Keule, Münchhausen fliegt auf seiner Kanonenkugel durch das Tal und die sieben Schwaben sind eigentlich nur sechs, denn ein Platz ist immer frei für ein lustiges Erinnerungsfoto. Wer aufmerksam durch das weitläufige Gelände spaziert, findet hier ganz bestimmt alle bekannten Märchenfiguren.
Eine weitere Besonderheit des Ortes ist die Sommerrodelbahn.


Mit Sicherheit werden die Eindrücke Lust wecken, diese Region mit all ihren Naturschätzen und Sehenswürdigkeiten einmal zu besuchen.