Revitalisierung: Zwergstrauchheiden Pöllwitzer Wald

Revitalisierung: Zwergstrauchheiden Pöllwitzer Wald
Ziegen im Dienste der Landschaftspflege. Foto: Dr. Elisabeth Endtmann

Ende Mai 2016 startete am Naturkundemuseum Mauritianum Altenburg das ENL-Projekt „Zwergstrauchheiden Pöllwitzer Wald“

ALTENBURG/PÖLLWITZ. Ende Mai 2016 startete am Naturkundemuseum Mauritianum Altenburg das ENL-Projekt „Zwergstrauchheiden Pöllwitzer Wald“. Ziel des Projektes ist es, speziell die Heidekraut-Bestände in dem sich etwa von Wolfshain im Süden bis Neuärgerniß im Norden sowie von Pöllwitz im Westen bis Wellsdorf im Osten erstreckenden Gebiet zu revitalisieren.

Verantwortlich für das ca. 1.900 ha große Schutzgebiet ist seit 2013 die gemeinnützige Tochter der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, die DBU Naturerbe GmbH. Die Umsetzung der eigenen naturschutzfachlichen Ziele im Pöllwitzer Wald wird nun durch die Zusammenarbeit mit dem Altenburger Naturkundemuseum unterstützt.

Dort, wo zwischen 1960 und 1990 Militärfahrzeuge den Boden verwundeten und kleinere Brände die Rohhumusauflagen reduzierten, entwickelten sich Zwergstrauchheiden. In den im Spätsommer blühenden Heidekraut-Beständen brüteten z.B. Heidelerchen, sonnten sich Kreuzottern oder wuchsen verschiedene Bärlapp-Arten. Ein nach heutigem EU-Recht geschützter Lebensraum entstand. Doch mit der Aufgabe der militärischen Nutzung wuchsen vermehrt Birken und Fichten auf. Sie beschatteten das lichtliebende Heidekraut. Das Fortbestehen eines einzigartigen Lebensraumes war in Gefahr. Deshalb wurde immer wieder versucht, die Flächen durch aufwändige Pflegemaßnahmen zu sichern. Ein Kampf gegen Windmühlenflügel!

Das vom Mauritianum initierte und von Freistaat Thüringen und EU finanzierte Projekt zur Entwicklung von Natur und Landschaft (ENL) soll nun ein nachhaltiges Pflegekonzept für die Heideflächen entwickeln.
Begonnen wird auf einer knapp 10 ha großen Probefläche im Bereich der ehemaligen Lehrgrenze. Im Winterhalbjahr 2016/17 soll dort der Jungwuchs von Fichten und Birken, ein großer Teil des überalterten Heidekrauts sowie ein Teil der Humusdecke beseitigt werden. Auf diese Weise entstehen die früher durch Militärfahrzeuge hervorgerufenen Bodenverwundungen.
Damit verbessern sich die Keimbedingungen für das im Boden ruhende Saatgut.
Die Entwicklung junger, kräftiger Heidekraut-Pflanzen wird gefördert. Um das erneute Aufwachsen von Bäumen zu verhindern, sollen dann im nächsten Jahr Ziegen und Schafe auf der Fläche weiden. Sie werden auch im Blütenmeer der Lüneburger Heide erfolgreich als Landschaftspfleger eingesetzt.

Ansprechpartner:
Dr. Elisabeth Endtmann
Naturkundemuseum Mauritianum (Außenstelle Großstöbnitz)
Am Wehrrasen 16 A
04626 Schmölln OT Großstöbnitz
e-mail: endtmann&#64mauritianum.de

Dr. Elisabeth Endtmann @16.07.2016