Ausflugstipp: Der Märchenwald Wünschendorf/Elster

Märchenwald in Wünschendorf/Elster
Große Augen beim Betrachten der Spiele.

Ganze Generationen von Kindern besuchten schon den Märchenwald in Wünschendorf/Elster

WÜNSCHENDORF. Der Märchenwald in Wünschendorf hat schon ganze Generationen von Mädchen und Jungen begeistert. Schulwanderungen oder Ausflüge mit der Familie stehen seit Jahrzehnten hoch im Kurs – es gibt wohl kaum einen Greizer, der nicht schon einmal die Strecke vom Wünschendorfer Bahnhof elsterabwärts bis zum Grund des Kamnitzbaches bewältigte. Dort bewegen sich zur Freude von Jung und Alt in der warmen Jahreszeit 18 wasserkraftbetriebene Märchenspiele.

Das Wasser des Kamnitzbaches treibt die winzigen Gestalten aus der Märchen- und Sagenwelt an. Die ältesten Modelle sind mittlerweile 80 Jahre alt. Der Wünschendorfer Mühlenbesitzer Herbert Schulze hatte 1927 die Idee, einen Märchenwald aufzubauen und gab die ersten beiden Wasserspiele in Auftrag – eine Goldschmiede und das Märchenhaus, das die Geschichte vom Rotkäppchen erzählt. Mit Hilfe von Wasser- und Zahnrädern wird die Kraft des Bächleins übertragen. Im Laufe der Jahre kamen viele Spiele dazu – das jüngste gibt es seit rund fünf Jahren: Schneewittchen und die sieben Zwerge. Als Vorlage für die Spiele dienten vor allem alte Gewerke, die in Wünschendorf ansässig waren. So erhält man Einblick in die harte Arbeit der Handwerker und Zinngräber oder kann fleißigen Waschfrauen bei der Arbeit zusehen. Eine Drahtseilbahn zieht ebenso die Blicke und Begeisterung auf sich, wie das Rondell, auf dem drei Floße ihre Runden drehen.

Die Spiele und Figuren werden vor allem im Winterhalbjahr von fleißigen Händen liebevoll restauriert. Finanziert wird der Märchenwald über ehrenamtliches Engagement, Spenden und Zuschüsse der Gemeinde.
Alljährlich zu Ostern bis zum letzten Wochenende im Oktober kann der Märchenwald besucht werden.

Fazit:
Für den Märchenwald Wünschendorf wird kein Eintrittsgeld erhoben – die kleinen Zwerge des Waldes freuen sich aber riesig über eine Spende, die in den Kassen am Anfang und Ende des Weges hinterlegt werden kann. Auch für kurze Beine eignet sich die Wanderung, wobei die Fahrt mit den Kinderwagen bergauf und -ab nicht ganz problemlos ist.
Eine Rast in der Märchenwaldbaude ist zu empfehlen: selbstgemachte Holunderlimonade steht genauso auf der Karte wie Gerichte für den großen und kleinen Hunger zum sehr angenehmen Preis. Während man auf das Essen wartet, können sich die Jüngsten nach Herzenslust auf dem Spielplatz beschäftigen. Ein kleines Klettergerüst, eine Schaukel und ein Spielhäuschen laden ein.
Kleiner Wermutstropfen: Wer mit dem PKW anreist, hat Mühe, in der Siedlung einen Parkplatz zu finden. Lediglich am Wochenende kann der große Platz an der Grundschule zum Parken genutzt werden.

Antje-Gesine Marsch @14.07.2016