Schönbrunn im Wandel der Zeit

Schönbrunn im Wandel der Zeit
Historische Ansicht von Schönbrunn aus dem Jahr 1903. Foto: Archiv Karin Friedrich

Ortskirche und Brunnenhäuschen prägen das Ortsbild von Schönbrunn

SCHÖNBRUNN. Schönbrunn ist ein Ortsteil der Stadt Saalburg-Ebersdorf im Saale-Orla-Kreis in Thüringen und liegt zwischen Ebersdorf und der Stadt Bad Lobenstein an der L 1095 östlich unweit der Bleilochtalsperre. Die bewaldeten Anhöhen zu den mit Wald bestandenen Abhängen an der Talsperre begrenzen die Gemarkung des Ortes. Das Dorf befindet sich auf einer Hochfläche des Südostthüringer Schiefergebirges auf einer mittleren Höhenlage von 519 m NN. Die Kirche steht auf einer Anhöhe und ist weithin zu sehen.

Erstmalig wurde der Name des Ortes am 14. August 1325 urkundlich erwähnt. Den Namen Schönbrunn erhielt der Ort durch seine Brunnen. (Eine Wasserleitung bekam Schönbrunn erst 1973.) Bis heute prägen die denkmalgeschützte Marienkirche, deren Ursprünge wohl bis in das 12. Jh. zurückreichen und die Brunnenhäuschen das Ortsbild.
Auf dem höchsten Punkt befindet sich der Pavillon Bellevue, welcher 1783 im Zuge der Anlegung der Lindenallee erbaut wurde und später als Ausflugslokal diente. Seit einigen Jahrzehnten steht das Gebäude nun leer und wartet auf eine neue Verwendung.
Anfangs war Schönbrunn ein reines Bauerndorf und entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einem Dorf mit einer Vielzahl von Handwerksbetrieben. Im 19. bis Mitte des 20. Jh. gab es hier Dachdecker-, Maler-, Stellmacher-, Schmiede-, Zimmerei- und Schuhmacherbetriebe, Bäcker, Schneider, Kolonialwarenladen, Gärtnerei und Schankwirtschaften.
Einen Wandel erfuhr der Ort in der Zeit der DDR. Die Bauern und kleinbäuerlichen Einzelwirtschaften schlossen sich zu einer LPG zusammen und bewirtschafteten die zusammengelegten Flächen gemeinsam. Die LPG war der größte Arbeitgeber in dieser Zeit.

Doch mit der Wiedervereinigung Deutschlands veränderten sich die gesellschaftlichen Verhältnisse grundlegend. Schönbrunn entwickelte sich zu einem Wirtschaftsstandort. Am östlichen Ortsrand entstand ein 8 ha großes Gewerbegebiet, auf dem sich eine Tankstelle, das Küchenstudio Lang, der Landmaschinenhandel Pasold, die Tischlerei Drechsel, das Softwareunternehmen Delling, die Fa. Harnisch und Krieg Automation, der Schmuck-Kartonagenhersteller Vepina, der Kunststoffverarbeitungsbetrieb R&R und die Firma ETM niedergelassen haben.

Allein die ETM beschäftigt derzeit über 600 Arbeitskräfte. Den Weg in die Marktwirtschaft haben aber auch die alteingesessenen Schönbrunner Betriebe Reifendienst Willrich und der Agrarbetrieb Schönbrunn erfolgreich gemeistert.
Neue, kleinere Unternehmensgründungen, wie beispielsweise ein Blumenladen, Autoreparaturwerkstatt, Kosmetikstudio oder eine Baufirma vervollständigen den Standort.
Gleich nach der „Wende“ entstand am Oberen Pohlig ein schönes Wohngebiet mit 46 schmucken Eigenheimen. In der Ortsmitte wurde die alte Gaststätte mit Saal abgerissen und ein „Bürgerhaus“ eröffnet. Leider ist auch diese Gaststätte seit September d. J. wieder geschlossen.
Das gesellschaftliche Leben im Ort wird heute vom Feuerwehrverein, Heimat- und Kulturverein, Kleintierzuchtverein und Jugendverein geprägt. Zudem gibt es einen Kirchen- und Posaunenchor.
In der Gemarkung Schönbrunn liegt einer der schönsten Aussichtspunkte entlang der oberen Saale, der Heinrichstein.
Bereits in vorigen Jahrhunderten war er ein begehrtes Ausflugsziel und Motiv für Postkarten und Gedichten.
Zu Schönbrunn zählt auch der „Grüne Esel“ mit den zum Schmunzeln angetanen Namen der Wirtshäuser „Grauer Affe“ und „Weißer Trutz“.

Karin Friedrich @25.10.2016