Waltersdorf

Museums- und Ferienhof Waltersdorf
Museums- und Ferienhof Waltersdorf

„Die sichere Ersterwähnung von Waltersdorf erfolgte 1378. Damals gehörte es zur Pflege, d.h. des Gerichtsbezirkes, Berga.

Mit Genehmigung von Dr. Frank Reinhold Auszüge aus seinem Festvortrag anlässlich des 625. Jubiläums der Gemeinde Waltersdorf im Jahr 2003:

Waltersdorf ist als Gründung eines Lokators Walter Produkt der feudalen Ostexpansion des Mittelalters, die im waldbewachsenen Gebiet neue Siedlungsräume erschloss. Die Mundart mit vogtländischen (ostoberfränkischen) Anklängen macht es wahrscheinlich, die ersten Siedler als aus dem fränkischen Raum kommend zu vermuten; man denkt hier vor allem an die Lobdeburger, die zum Beispiel in Elsterberg nachgewiesen sind und auch in Berga als wahrscheinliche Gründer in Frage kommen. Mit ihnen etwa gleichzeitig siedelten die Vögte von Weida, zu dessen Amt Waltersdorf später gehörte; die Weidaer brachten aus ihrer nordthüringischen Heimat vor allem thüringische Siedler ins Land.“

Über die kleinstaatliche Zugehörigkeit Waltersdorfs können wir lesen, dass der Ort bis zum Wiener Kongress im Jahre 1815 dem Kurfürstentum Sachsen zugehörig war. Danach kam Waltersdorf zum Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach. Ab 1920 gehörte Waltersdorf zum Land Thüringen.

Zur Herrschaft von Walterdorf schreibt Dr. Reinhold: „Waltersdorf war wohl von Anfang an ein Rittergutdorf, auch wenn die Grundherren nicht immer direkt hier saßen. Vertreter der Herrschaft gegenüber den Bauern war der Dorfrichter, selbst einer von ihnen. Die Patrimonialgerichtsbarkeit bestand bis ins 19. Jahrhundert. Wer waren nun die Grundherren von Waltersdorf? Der namensgebende Lokator Walter ist der erste fassbare Grundherr unseres Ortes – welchem Geschlecht er angehörte, ist nicht bekannt. Genaueres erfahren wir erst aus dem 15. Jahrhundert. Als Heinrich von Weida 1427 im Tausch gegen sein Drittel der Stadt Weida Schloss und Stadt Berga mit allen Zubehörungen von den Wettinern erhielt, unterstand ihm auch unser Ort.

Wenige Jahre später erwarben die Herren von Wolfersdorf die Pflege Berga. Heinrich von Weida kaufte die Herrschaft Wildenfels und zog nach dort, behielt jedoch die Mannschaft und gewisse Rechte in der Pflege Berga („Bergaer Lehen“). So erklärt es sich, dass die Grafen von Solms-Wildenfels als sein Rechtsnachfolger noch im 18. Jahrhundert Lehnbriefe für Waltersdorf ausstellen.“ Im Jahr 1610 übernahmen die Herren von Posern das Gut, welches Rittmeister Kurt von Posern nach der Enteignung 1945 verlassen musste.

Rüßdorf

Rüßdorf, erstmals erwähnt 1209, ist seit etwa 1850 Bestandteil von Waltersdorf. Im heutigen Ortsteil Rüßdorf befindet sich die „Steinermühle“, eine der ältesten Getreidemühlen des Landkreises Greiz, sowie das 1903 errichtete Wasserkraftwerk. Wenn auch von der Rüßburg, einer frühmittelalterlichen Spornburg, heute nichts mehr erhalten ist, so lädt die Gegend um die sogenannten Rüßdorfer Alpen sowie der Thüringenweg im mittleren Elstertal zum Wandern ein.

Museums- und Ferienhof Waltersdorf

Ein über 150 jähriger Bauernhof im Örtchen Waltersdorf wurde wieder mit Leben erfüllt. Wer Traditionen und ländliches Brauchtum kennen lernen will, findet hier die richtige Adresse. Vielfältige Aktivitäten bietet der Verein Landliebe e.V., ob spinnen, filzen, basteln oder einer Schäfchenschule für die Kleinsten. In der Scheune kann man im Heu schlafen – das Richtige nach einer Wanderung entlang des Thüringenweges im mittleren Elstertal. Komfortabler sind die Ferienwohnungen und die bäuerlich eingerichteten Zimmer. Für gemütliche Abende steht der Weinkeller oder die Scheunenwirtschaft zur Verfügung. Im Museumsladen steht der original Waltersdorfer Kolonialwarenladen von 1880. U.a. werden Erzeugnisse des eigenen Hofes und von Künstlern der Region zum Kauf angeboten.

Angebote: Heuhotel, Scheunenwirtschaft „Zur Dorfchronik“, Spinnkurse, Klöppeln, Stuhlflechten, Museumsladen
Ausstellungsetage: historische Backstube, Waschküche, alte Mangelstube