Ein Besuch im DDR-Museum Mühltroff

DDR Museum Mühltroff
Fredo Unger ist einer der beiden Gründer des DDR-Museums in Mühltroff - hier an einem kürzlich erhaltenen Grubentelefon.

Im DDR-Museum Mühltroff kann man tief in die vierzigjährige Geschichte eintauchen


MÜHLTROFF. Vierzig Jahre lang dauert die Ära der Deutschen Demokratischen Republik. Das Ende ist bekannt. Mit der politischen Wende im Jahr 1989 und der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten kam das Aus für den Arbeiter-und Bauernstaat.

Um die Erinnerungen an eine vier Jahrzehnte lang währende DDR-Zeit für kommende Generationen zu bewahren, aufzufrischen und auch der Jugend von heute aufzuzeigen, hatten die Brüder Fredo und Uwe Unger aus Mühltroff vor zehn Jahren eine zündende Idee: eine große Menge an Gegenständen museal zu sammeln und zu ordnen, um diese Exponate vielen Besuchern präsentieren zu können.

Dabei gehen sie der Frage nach: Wie war das alltägliche Leben in der DDR wirklich? „Politik spielt in unserem Museum keine Rolle“, betont Fredo Unger im Gespräch. Ziel sei nicht, in „Ostalgien“ zu versinken oder diese Zeiten zu verklären, sondern einfach „die Alltagskultur der DDR zu erhalten“.

Im Jahr 2007 erfolgte die Gründung des Vereins „DDR Museum Mühltroff e.V.” .
„Dank der Unterstützung der Stadt Mühltroff, die Räumlichkeiten im ehemaligen Kindergarten am Markt 13 zur Verfügung stellte, wuchs die Sammlung recht schnell an“, so Fredo Unger.

Aus 103 Orten und 438 Haushalten sind bislang über 6000 Gegenstände abgegeben worden.

Auf 300 Quadratmetern, in 16 Räumen und Fluren, sind diese Alltagsgegenstände nunmehr zu besichtigen. Unterschiedliche Bereiche, wie Küchenartikel, Kleidung, Spielzeug, Werkzeuge, Schulmaterialien, Fotozubehör etc. präsentieren Alltagsgegenstände, wie man sie kannte und beim Betrachten der Dinge auch schnell wieder erkennt.

Zwar öffne das Museum nur dienstags von 16 bis 18 Uhr offiziell, doch vergehe kaum ein Wochenende, an dem nicht Führungen vereinbart werden. „Gern führt man zu Familienfeiern oder Klassentreffen in unser Museum“, so Fredo Unger.

Inzwischen hat es sich längst in der Region herumgesprochen, dass die Brüder Unger dankbare „Abnehmer“ von DDR-Alltagsgut sind. „Sinnvoll ist es, im Vorfeld anzufragen was wir noch benötigen“, bittet Fredo Unger. Man wolle von jedem Artikel lediglich ein Stück zeigen.
„Die meisten Menschen, die zu uns kommen, zeigen sich regelrecht erschlagen von der Vielfalt und kommen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus“, hat Fredo Unger festgestellt.

Übrigens: Anfassen ist im DDR-Museum ausdrücklich erlaubt.

Fazit:
Ein Besuch des DDR-Museums ist unbedingt zu empfehlen. Nicht nur Erwachsene können tief in die Historie eintauchen, staunen, stöbern und das Gesehene natürlich weitererzählen.
Zwei Stunden muss man voll einplanen, wenn man die Exponate im Detail betrachten will. Zu vielen Stücken haben die Vereinsmitglieder mitunter eine kleine Geschichte parat.

Service:
DDR Museum Mühltroff e.V.
– Markt 13,
07919 Mühltroff
EMail: uwe_unger@web.de oder auch unter kontakt@ddr-museum-muehltroff.de
Uwe Unger – Tel.: 036645-22653
Fredo Unger – Tel.: 036645-22386

Antje-Gesine Marsch @26.08.2016